Das vergangen Jahr 2006 stand ganz im Zeichen des PJ (Praktisches Jahr), wozu es im Januar zum 2. von 3 Tertialen nach Australien ging. Dort waren die Erwartungen von institutioneller Seite an den PJler jedoch recht bescheiden, was dieser letztlich zu relativ ausgedehnten Streifzügen durch den 5. Kontinent nutzte. Wie schon von vielen geschrieben, war auch für mich die Zeit des Reisens intensiv und prägend. Ich durfte viele neue Menschen kennen lernen und interessante Erfahrungen machen. Gerade die Reisen mit dem Fahrrad werden mir hier in besonderer Erinnerung bleiben.

Ende Mai kam ich pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft zurück nach Deutschland. Zu viel mehr als der Konfirmationsfeier von Cousin Florian hat es in Deutschland vorerst aber nicht gereicht, da ich bereits fünf Tage nach Ankunft aus Sydney in der Schweiz das 3. Tertial beginnen musste. Für die nächsten vier Monate wurde mir Liestal im Baselbiet zur Heimat. Dort musste ich mich nach der Australienzeit erst einmal wieder an einen Arbeitsalltag gewöhnen. Das Arbeiten hat auf der internistischen Abteilung in guter Arbeitsatmosphäre richtig Spaß gemacht und ich hatte die Möglichkeit als Student mehr und mehr ärztliche Verantwortung zu übernehmen.
In Liestal kam neben der Fußball-WM auch meinem aktiven Sporttreiben mehr Gewicht zu. Am Ende meiner Zeit als Unterassistent (Schweizer Terminus für PJler) konnte mich noch in die Annalen des Liestaler Stadtlaufes eintragen… Ende September war das PJ vorbei, ich zurück in meiner alten WG und es blieben mir noch gut 5 Wochen zur Vorbereitung auf das 3. und letzte Examen, was ich am Geburtstag meiner Mutter erfolgreich ablegen durfte. In diese Zeit fielen auch die ersten Bewerbungs-bemühungen, die schließlich in einer Zusage aus der Anästhesie der Uniklinik Heidelberg endeten. Nach zehn Monaten unterwegs, fand ich den Gedanken angenehm zunächst wieder etwas Ortsstabilität in mein Leben zu bringen. Umso glücklicher bin ich, dass es mit einer Stelle an der Uniklinik geklappt hat. So werde ich also zunächst in der Neckarperle des Romantik-Tourismus bleiben und bin gespannt, was der Einstieg in das Berufsleben im neuen Jahr mit sich bringt.